DEUTSCHE BANK
KUNSTHALLE

XENOPOLIS

16.09. – 08.11.2015

 

Den Hauptstädten der Welt ist gemeinsam, dass sie eigentlich niemandem gehören: Sie bilden Freizonen, Xenopolis – urbane Gebilde, die durch zuziehende Fremde definiert werden. Historisch gesehen sind es Orte, in denen sich Menschen aus allen Provinzen sammelten und als Nation zusammenfanden. Die vom „Lande“ ererbten Gewohnheiten wurden auf dieses Niemandsgebiet verpflanzt, in dem alle versuchten, sich Orientierungen zu verschaffen. Die einen wählten ein bestimmtes Viertel, weil sie wussten, dass sie Gleichgesinnte wiederfinden würden, die anderen ließen sich da nieder, wo sie sich am wenigsten verloren fühlten.
Die Globalisierung gliedert heute den traditionellen Bevölkerungsgruppen einer Stadt neue Populationen an und lässt sie zu einem Organismus werden: „Die Stadt ist ein Diskurs, und dieser Diskurs ist wirklich eine Sprache: Die Stadt spricht zu ihren Bewohnern, wir sprechen unsere Stadt, die Stadt, in der wir uns befinden, einfach indem wir sie bewohnen, durchlaufen und ansehen.“ (Roland Barthes „Semiologie und Stadtplanung“, in: Das semiologische Abenteuer, Frankfurt am Main 1988)
Die von Simon Njami kuratierte Ausstellung präsentiert Arbeiten von Laurence Bonvin, Loris Cecchini, Theo Eshetu, Mwangi Hutter, Anri Sala und Jan-Peter Sonntag, die sich dem Organismus Stadt widmen.

 

www.deutsche-bank-kunsthalle.de