BERLINISCHE GALERIE

Brandlhuber+ Hertweck, Mayfried
THE DIALOGIC CITY : BERLIN WIRD BERLIN

16.09.2015 – 21.03.2016

 

Die Ausstellung The Dialogic City : Berlin wird Berlin, konzipiert von Brandlhuber+ Hertweck, Mayfried, eröffnet in sieben Kapiteln Perspektiven zum dialogischen Handeln in der Stadt, die gleichnamige Publikation ist ihr zentraler Ausgangspunkt: Über Ansätze der Partizipation hinaus werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln Möglichkeiten skizziert, scheinbar unüberbrückbare Gegensätze zusammen zu denken. Die erste Ausgabe von Dialogic City ist Berlin gewidmet, wo diese Antagonismen extremer als anderswo bestehen.

Thematisch den Kapiteln der Publikation folgend, werden in der großen Ausstellungshalle der Berlinischen Galerie sieben Kommentare realisiert. Die Präsentation umfasst etwa 500 Modelle der Architektursammlung der Berlinischen Galerie, die als Landesmuseum für Architektur unter anderem die Unterlagen und Modelle Berliner Bauwettbewerbe aufbewahrt. Aufgrund mangelnder finanzieller und personeller Ressourcen konnte bislang nur ein kleiner Teil des Materials digitalisiert werden. Die Ausstellung greift diese Problematik auf, indem die aus dem Depot in den Ausstellungsraum transportierten Modelle vor den Augen der BesucherInnen in die Museumsdatenbank eingepflegt werden (bis 08.11.2015, Fr–Mo 12:00 – 18:00 Uhr). Ein zentraler, aber üblicherweise für die Öffentlichkeit verborgener Teil der Museumsarbeit wird so sichtbar. Anhand der Modelle lässt sich zum einen ein alternatives Berlin imaginieren, das sich anhand der Wettbewerbsbeiträge rekonstruieren lässt; zum anderen zeigen sie eine Ideengeschichte, die auch in unrealisierter Form weiterhin besteht und als Inspiration für heutige Stadtdebatten genutzt werden kann.

 

www.berlinischegalerie.de

 

 

Vita Arno Brandlhuber

 

Arno Brandlhuber, * 1964,  1984–1992 Architekturstudium an der Technischen Hochschule Darmstadt, seit 1992 wechselnde Projekt­ und Büropartnerschaften in Köln und Berlin, seit 2003 Lehrstuhl für Architektur und Stadtforschung an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg: a42.org Master of Architecture, 2006 Umzug nach Berlin, seit 2008 mit Silvan Linden und Christian Posthofen initiiertes öffentliches Seminar zur Raumproduk­tion der Berliner Republik: Akademie c/o, 2009 Umwandlung des Masterstudiengangs a42.org in einen nomadischen Masterstudiengang: Akademie c/o Architektur und Stadtforschung.

 

Projekt und Büropartnerschaften: 1992–1994 Arbeitsraum Darmstadt: Arno Brandlhuber, Matthias Dahlinger, Stefan Holtz, Caspar Seelinger, 1994 –1996 Projektgemeinschaft Neanderthal Museum: Günter Zamp Kelp und Julius Krauss, Arno Brandlhuber, 1996–2001 Büropartnerschaft Arno Brandlhuber und Bernd Kniess, Köln: b&k+ Brandlhuber & Kniess+ […], 1999–2001 Rechercheplattform und interdisziplinäre Schnittstelle unter dem Dach von b&k+:+platform@b&k+, 2001–2003 b&k+ Arno Brandlhuber & Markus Emde, Martin Kraushaar, Björn Martenson […] + […], 2003–2004 b&k+ Arno Brandlhuber & Asterios Agkathidis, Markus Emde, Martin Kraushaar […] + […], 2004–2005 b&k+ Arno Brandlhuber & Markus Emde, Martin Kraushaar […] + […], seit 2006 Brandlhuber+ […], seit 2009 Brandlhuber+ Emde, Schneider, […]

 

 

Vita Thomas Mayfried

 

Thomas Mayfried, * 1966 in Karlsruhe. Diplom 1999, HfG Karlsruhe in Visuelle Kommunikation / Grafik Design. 1988–1994 als selbstständiger Fotograf tätig für u.a. Zeit Magazin, SZ Magazin. Seit 1999 Studio für Visuelle Kommunikation in München. Visual identities u.a. für Haus der Kunst München (2003-2011), Deutscher Pavillon Architekturbiennale Venedig 2012, Kunstareal München (2011–2013), Buchgestaltung u.a. für Verlag der Buchhandlung Walther König, Phaidon Press, Cahiers du Cinema. 2010 Ausstellung „Ephemera. Grafik Design etc.“ im Haus der Kunst München (kuratiert von Chris Dercon und Swantje Grundler). 2010/11 Ausstellung „Archives imaginaires“ 032c Workshop Berlin. Sammlungen u.a.: Die Neue Sammlung München.
Seit 2009 Label „Institutions“ gemeinsam mit Swantje Grundler: Produktionen mit Florian Süssmayr, Jonathan Meese, Alexander Kluge.
2012–2014 Vertretungsprofessur für Grafikdesign an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. SoSe 2015 Gastprofessur im Departement Architektur und Stadtforschung an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg.
 

 

 

Vita Florian Hertweck

 

Florian Hertweck, * 1975 in Bonn. Master 2001 in Architektur, 2003 in moderner und zeitgenössischer Architekturgeschichte, Promotion zum Dr. phil. 2007. Partner bei Hertweck Devernois, einer Ideenwerkstatt in Versailles, wo Architekten, Städtebauer, Kulturwissenschaftler und Grafiker an den Schnittstellen von Regional- und Infrastrukturplanung, Architektur und Grafikdesign forschen und planen. Seit 2009 Professor für Architekturentwurf, Architekturtheorie und Städtebau an der Ecole Nationale Supérieure d’Architecture de Versailles. Direktor des französisch-chinesischen Masterstudiengangs „Ecological Urbanism“.  Preisträger des französischen Forschungsprogramms „Ignis Mutat Res“. Architektur, Städte und Landschaften durchs Prisma der Energie denken. Mit Sébastien Marot Herausgeber von Oswald Mathias Ungers’ und Rem Koolhaas’ 1977 verfasstem Manifest „Die Stadt in der Stadt. Berlin: das grüne Archipel“ (2013) und Autor von “Der Berliner Architekturstreit” (2010).